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Hausboot-Crew irrt auf der Ostsee herum

DGzRS rettet orientierungslose Hausboot-Crew

Bremen (SP) In einer groß angelegten Suche östlich der Insel Rügen haben die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Donnerstagabend, 15. März 2012, zwei Männer gefunden, die sich mit einem Hausboot weit hinaus auf die Ostsee verirrt hatten. Der Seenotkreuzer EUGEN/Station Greifswalder Oie brachte Schiff und Besatzung in der Dunkelheit aus der Gefahrenzone eines Großschifffahrtsweges und in den sicheren Nothafen der kleinen Ostseeinsel in der Pommerschen Bucht.

Gegen 18.30 Uhr meldeten sich die beiden zwischen 60 und 70 Jahre alten Männer per Handy bei der SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS. Sie hatten das neun Meter lange Hausboot „Jasmund“ nach Stralsund überführen wollen. Gegen Mittag waren sie in Wolgast ausgelaufen und hatten offenbar am Ende der Betonnung des Peenestroms versäumt, in den Greifswalder Bodden Richtung Westen abzubiegen.

Die beiden gaben an, seit mehr als sechs Stunden orientierungslos auf der offenen Ostsee umherzufahren. Das GPS-Gerät war ausgefallen, und allmählich gerieten sie in Sorge, weil ihnen der Brennstoff knapp wurde. Lediglich drei konkrete Angaben konnten sie machen: Sie hatten vor längerer Zeit eine kleine Insel passiert, sahen nun große Fährschiffe am Horizont, und das Echolot meldete eine Wassertiefe von 13,5 Metern.

Mit diesen spärlichen Informationen alarmierte die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS die Seenotkreuzer EUGEN/Station Greifswalder Oie und WILHELM KAISEN/Station Sassnitz sowie das Seenotrettungsboot HECHT/Station Zinnowitz, das mit seiner Freiwilligen-Besatzung gerade auf einer Kontrollfahrt vor Usedom unterwegs war.

Die Seenotküstenfunkstelle BREMEN RESCUE RADIO sendete eine Dringlichkeitsmeldung (Pan-Pan) an die gesamte Schifffahrt. Zur Unterstützung der Suche setzte die DGzRS außerdem die „Arkona“ (Mehrzweckschiff der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung) und die „Bredstedt“ (Bundespolizei) ein. Ferner bat BREMEN RESCUE die im Revier laufenden Fähren „Galileusz“ (unterwegs von Trelleborg/Schweden nach Świnoujście/Polen) und „Wolin“ (unterwegs von Świnoujście nach Trelleborg) sowie das schwedische Schubschiff „Karl Erik“ (unterwegs auf ähnlichem Kurs) darum, nach dem Hausboot Ausschau zu halten.

Die nahezu spiegelglatte See erleichterte die Radarsuche. Zuvorderst fuhren der Seenotkreuzer EUGEN und die in der Nähe stehende „Arkona“ mehrere Radarechos rund um die Greifswalder Oie an. Telefonisch forderten die Seenotretter die Hausbootbesatzung auf, rote Raketen abzufeuern – ein internationales Seenotsignal. Das half: Auf diese Weise fand die EUGEN gegen 19.45 Uhr das Hausboot – knapp zwölf Seemeilen (etwa 22 Kilometer) nordöstlich der Greifswalder Oie und damit rund 45 Seemeilen (85 Kilometer) vom geplanten Zielort Stralsund entfernt.

Gemeinsam mit dem Seenotrettungsboot HECHT sicherte der Seenotkreuzer die „Jasmund“ und brachte sie in rund zweistündiger Fahrt, die letzten anderthalb Stunden davon wegen des Brennstoffmangels im Schlepp, zur Greifswalder Oie. Dort machten die Seenotretter und die sichtlich erleichterten Hausbootfahrer gegen 22 Uhr fest.



(c) Q-Visions Media Andrea Quaß